Buch «Von den Sky Dreamers zu den Les Sauvages» 1962–1970

Die Geschichte der Sihltaler Beat-Band «Sky Dreamers» und den «Les Sauvages» von 1962–1970. Mit viele Bildern, Konzertflyern und Plakaten aus jener turbulenten Zeit. Querformat: 25 x 20 cm, Inhalt 106 Seiten, mit Softcover. Das Buch ist bei www.blurb.de erhältlich. Buch bestellen


Leseprobe Vorwort

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – oder selber schuld, wer damals nicht dabei war. Gemeint sind die ausgehenden 1950er-Jahre und die Zeit bis etwa 1970.

1962 war ich noch zu jung für eine Lehre und habe darum ein Welschlandjahr in Le Locle im Neuenburger Jura verbracht. Dort waren die französischen Rocker Johnny Halliday und Eddy Mitchell angesagt. Salut les copains. etc. Nach meiner Rückkehr nach Adliswil und dem Beginn einer Buchdruckerlehre 1963 ging es dann richtig los. Die Beatles und die Stones betraten die Bühne.

Doch schon einige Jahre zuvor hatte Elvis Presley eine soziale und kulturelle Frontalkollision mit dem Leben der Erwachsenen ausgelöst. Die Welt war nicht mehr dieselbe wie vorher. Später habe ich dann vom Elvis ins Jerry Lee Lewis und Little Richard Lager gewechselt. Das ist bis heute so geblieben. Die Beatles und die nachkommenden Beat-Bands – diese langhaarigen «Sööihünd», waren aber anderst als die frühen «Rock ’n’ Roller». Das brachte das Blut der vaterlandstreuen Turner und Jodler endgültig in Wallung. Die soziale Revolution, die der Rock ’n’ Roll und die Beat-Musik ausgelöst hatte, war aber längst nicht mehr aufzuhalten.

Mein erster Kontakt mit den Sky Dreamers war vermutlich an einer Chilbi im «Cafe Höckli» in Langnau. Es muss im Herbst 1963 gewesen sein. Das Lokal war prallvoll und ich habe nur unter der Türe etwas von der Musik mitbekommen.

Im Frühjahr 1964 kaufte ich mir einen portablen Plattenspieler, mit einem Überzug im Tigerfelllook, mit dem Muster wie ihn gelegentlich gewisse Damen als Rock oder Hose tragen. Der Plattenspieler kam gerade zur rechten Zeit, um Jimmy & the Rackets 1964er-Monsterhit «Skinny Minnie» ununterbrochen abzuspielen.

Am 14. August 1965 erlebte ich mein erstes grosses Konzert mit Cliff Richard & the Shadows im Hallenstadion. Es sollten bis heute unzählige weitere dazukommen. Zur selben Zeit arbeitete einer meiner Kollegen jeweils am Mittwochnachmittag bei einer Firma, die Schallplatten vetrieb. Das erweiterte meine Sammlung an LPs – zugegeben, nicht immer auf ganz legale Art – schlagartig. All die frühen Stones Platten mit den schwarzen Covers habe ich noch heute.

Die Sky Dreamers waren all diese Jugendjahre bis zu ihrer Auflösung meine treuen Begleiter, vor allem bei den Veranstaltungen in der Sunne. Sie haben auf mich immer eine grosse Faszination mit ihrer Spielfreude und Eleganz ausgestrahlt. Seit jenen 1960er-Jahren ist viel Wasser die Sihl heruntergeflossen. In all den Jahren habe ich immer wieder auf ein Comeback der Original Sky Dreamers gehofft. Dass es dann schliesslich zustande kam, grenzt an ein Wunder von «Lourdes».

Im Januar 2011 konnte ich als Veranstalter in der Kulturschachtle Adliswil, bei einem ausverkauften Konzert die Auferstehung der «The Skydreamers», wie sie sich heute schreiben, miterleben.

«The Show goes on».

Erich Huber, im Herbst 2014