Buch Ansichtskarten 1898–1928 Adlisweil (Adliswil) und Umgebung

78 grossformatige Ansichtskarten von Adliswil. Die Ansichtskarten stammen grossmehrheitlich aus der Sammlung Franz Sommer, Fotograf, Adliswil. Format 33 x 28 cm, Inhalt 82 Seiten, mit bedrucktem Hardcover.

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Leseprobe Vorwort
Ansichtskarten 1898–1928 Adlisweil (Adliswil) und Umgebung

Als noch die Dampflok fuhr!

Zur Entwicklung von Adliswil
In den Jahren 1884–1912 erlebte Adliswil einen gewaltigen Wachstumsschub. In dieser Zeit wuchs die Adliswiler Bevölkerung von 2’274 auf 5’307 Einwohner. Mit der beginnenden Wirtschaftskrise Anfangs der 1930er-Jahre sank sie dann bis 1941 wieder um 200 Einwohner.

Motive und Ansichten
Auf den frühen Ansichtskarten Adliswils sind immer wieder dieselben Motive und Bauten abgebildet:

  • 1823 Baumwollspinnerei im Dorf (Müli)
  • 1843 Baumwollspinnerei im Sood (später Sapt)
  • 1851 Türmlischulhaus (Schulhaus I)
  • 1852 gedeckte Bahnhofbrücke
  • 1859 Mech. Seidenstoffweberei Adliswil (MSA)

In den Jahren 1896–1927 entstanden einige weitere Bauten, die das Ortsbild Adliswils teilweise bis heute (2014) prägen:

  •  um 1895 entstand das Hotel Bahnhof
  • 1894 Schulhaus Bräcke (Schulhaus II)
    1895 Method. Kirche an der Grundstrasse
    1896 Kath. Pfarrhaus auf Rellsten
  • 1898 Ref. Kirche auf der Obertili
  • 1898 Kapelle Chrischona-Gemeinde an der Austrasse
  • 1904 Kath. Kirche auf Rellsten
  • 1910 Sekundarschulhaus mit Turnhalle Kronenwiese
  • 1912 Krankenasyl
  • 1927 Neue Bahnhofbrücke

Alle Ortsnamen-Endungen mit «Weil» oder «Wyl» wurden 1893 offiziell in «Wil» umbenannt. Auf den Ansichtskarten, die über längere Zeit im Verkauf waren, wurde aber noch lange die Bezeichnung «Adlisweil» verwendet. Auch auf dem Poststempel wurde die Ortsbezeichnung «Adlisweil» belassen, dies ohne gesetzliche Folgen bis ins Jahr 1903.

Die frühesten Ansichtskarten in diesem Buch stammen von 1898, also aus demselben Jahr in dem die Ref. Kirche gebaut wurde und sechs Jahre nach dem Bau der Sihltalbahn von 1892. Die Ref. Kirche ist, zusammen mit der Baumwollspinnerei im Dorf und der MSA, auf den meisten der frühen Ansichtskarten abgebildet. Nach 1904 kam dann noch die Kath. Kirche auf Rellsten dazu. Die Gesamtansichten sind zumeist von der Obertili Richtung «gedeckter Holzbrücke» oder vom Albishang Richtung Kilchberg abgebildet.

Ab 1883 erhielt Adliswil ein Telefonnetz. Zehn Jahre später hatte Adliswil 19 Anschlüsse. Auf einigen Ansichtskarten sieht man gut die Freileitungen, so auf dem Haus Gasthof Adler (Seite 22). 1909 schloss die Gemeinde mit dem EKZ einen Vertrag zur Stromlieferung ab. Auf der Ansichtskarte von 1911 (Seite 66) ist unten links das Baugespann zur ­ersten Trafostation, welche etwas oberhalb der heutigen Wachtbrücke stand, sichtbar. 1924 wurde die Sihltalbahn elektrifiziert, was aber auf den Ansichtskarten kaum ersichtlich ist. Schön ins Dorfbild passen die Baum­alleen an der Soodstrasse, an der Webereistrasse und am Sihlquai. Der Neubau der Bahnhofbrücke (Neue Sihlbrücke) 1926/27 (Seite 81) veränderte nicht nur das Ortsbild merklich, sondern markierte auch symbolisch den Übergang vom Pferde- ins Automobilzeitalter.

Im April 2014

Erich Huber