Buch Historische schwarz-weiss Ansichtskarten und Fotos von Adliswil

78 grossformatige historische Ansichtskarten und Fotos von Adliswil. Format 33 x 28 cm, Inhalt 82 Seiten, mit bedrucktem Hardcover. Das Buch ist bei www.blurb.de erhältlich. Buch bestellen

Historische schwarz-weiss Ansichtskarten und Fotos von Adliswil
Einleitung
Adliswil erhielt schon 1870 ein Telegrafenbüro und am 1. November 1883 ein Telefon-Ortsnetz mit Handzentrale. Obwohl sich das Telefonnetz, lokal wie auch national schnell vergrössserte, waren Briefe, Post- und Ansichtskarten zu Beginn des 20. Jahrhunderts für einen Grossteil der Bevölkerung die einzige Möglichkeit, Nachrichten und Mitteilungen auszutauschen.

Man unterscheidet zwischen Post- und Ansichtskarten. Postkarten (anfänglich Correspondenzkarte genannt) sind Karten mit teilweise vorgedrucktem Wertzeichen und einem Bereich, in den die Nachricht und der Empfänger geschrieben werden kann. 1861 wurden in Amerika die ersten Postkarten gesetzlich zugelassen. In der Schweiz kam die erste «Carte-correspondance» am 1. Oktober 1870 als Ganzsache heraus. Der karminrote Wertstempel betrug 5 cts und die Karte konnte zunächst nur innerhalb des Landes verschickt werden. Im internationalen Postverkehr wurde die Postkarte mit dem Berner Postvertrag ab 1. Juli 1875 zwischen 21 Ländern zugelassen und der Weltpostvertrag vom 1. Juni 1878 erweiterte den Geltungsbereich über den grössten Teil der Erde.

Eine Ansichtskarte ist eine Postkarte mit einem Bilddruck oder Foto auf der Rückseite. Ansichtskarten kamen ab 1896 in Gebrauch. Mit Post- und Ansichtskarten wurden glückliche und traurige Nachrichten übermittelt. Verliebte und Verlassene schrieben ihren Herzschmerz auf Ansichtskarten. Mit Ungeduld erwarteten viele eine Nachricht von ihren Liebsten. Nicht alle waren aber so fleissig im Schreiben. So kann man unzählige Male auf den Karten lesen – schon lange nichts mehr von dir gehört, wann schreibst du mir mal wieder, etc.

Die Überlieferung der Ansichtskarten mit Adliswiler Motiven setzt (aufgrund der Poststempel) recht schlagartig 1898 ein, indem ab diesem Jahr kontinuierlich zahlreiche Ansichtskarten mit unterschiedlichen Motive verschiedener Hersteller erhalten geblieben sind, während ältere bisher nicht aufgetaucht sind. Soweit die Ansichtskarten nicht ein bestimmtes Ereignis betreffen (z. B. das Hochwasser von 1910) oder eine datierbare Situation zeigen (z. B. Bau der katholischen Kirche 1903/04 oder Soldaten im Ersten Weltkrieg 1914 –1918), ist eine Datierung nur über den Poststempel und/oder entsprechende Angaben der Absender möglich – sofern die Ansichtskarte gelaufen ist (d.h. verschickt wurde). Selbstverständlich handelt es sich dabei nur um einen sogenannten terminus ante quem – die Ansichtskarte kann aus dem Jahr stammen, in dem sie gelaufen ist, sie kann aber auch älter sein. Bei Ansichtskarten, die nicht gelaufen sind, lässt sich der Entstehungszeitraum häufig nur grob auf einige Jahre oder ein Jahrzehnt eingrenzen bzw. schätzen.

Im Oktober 2014

Erich Huber